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Spargelsorten

Spargelsorten von Lisa Schwarz pixelio.de

Wenn Sie Namen wie Cumulus oder Burgundine hören, denken Sie bestimmt nicht zuerst an Spargelsorten. Um Ihnen einen kleinen Überblick über die verschiedenen Spargelsorten zu geben, soll dieses Thema im Folgenden genauer beleuchtet werden.

Dass der Spargel eine wohltuende Wirkung hat, wussten schon bereits die Römer und Griechen vor 2500 Jahren, als diese wild gewachsenen Spargel zu Heilzwecken einsetzten. Vor allem gutbetuchte Römer aßen gern zur Vorspeise Spargel.
Im Laufe der Zeit verbreitete sich der Spargel immer weiter und – abhängig von Region – entstanden viele verschiedene Spargelsorten, auf welche im Folgenden genauer eingegangen werden soll.

Davor sollen aber auch noch ein paar Worte über traditionelle Spargelsorten gesagt werden. Diese sind seit geraumer Zeit von neuen Spargelsorten „aus dem Rampenlicht“ verdrängt worden, da die modernen Spargelsorten, welche überwiegend aus männlichen Hybriden bestehen und wenige Beeren tragen, eine bessere Widerstandsfähigkeit zum Beispiel gegen Botrytis haben – im Gegensatz zu den traditionellen Spargelsorten, welche ehrenhafte Namen, wie „Eros“, „Ruhm von Braunschweig“, uvm. haben und eine relativ große Anfälligkeit für Erreger und Krankheiten haben. Zudem steigt stetig der Anspruch an eine gleichmäßigere Qualität bei den Kunden, welchen diese Arten nicht erfüllen können. Darüber hinaus erscheint der Anbau dieser Spargelsorten als unwirtschaftlich.

Die richtige Spargelsorte macht‘s aus – und der Boden!

Wie schon oben erwähnt ist der Spargel sehr empfindlich, was also bedeutet, dass die der richtige Boden ausschlaggebend für eine erfolgreiche Spargelernte ist. Der Spargel wächst nicht nur in Bayern (und Umkreis) sondern auch in Gegenden wie Mainz, da auch hier der Boden besondern sandig ist und somit leckeren Spargel hervorbringt.

Bekannte Spargelsorten

Der grüne und der weißte Spargel gehören wahrscheinlich zu den weit verbreitesten und populärsten Spargelsorten.
Bevor aber genauer diese Thematik beleuchtet wird, soll erst geklärt werden, was Spargel überhaupt ist: Der Spargel ist eine Staudenart, deren oberer Teil in den kalten Monaten (ab Herbst) abstirbt, aber im nächsten Frühjahr wieder austreibt, weil sie einen ausdauernden Wurzelstock besitzt, aus welchen die Knospen immer wieder hervorsprießen. Sprossen, welche mit feinen und schuppenförmigen Schutzblättern bedeckt sind, werden als Spargel geerntet. Nebenbei angemerkt, ist Deutschland auf dem ersten Platz, wenn es um den Konsum von Spargel geht. 84% der Einwohner essen nämlich richtig gern das begehrte Gemüse.

Weiße Spargelsorten

Ursprünglich kommt diese Spargelsorte vermutlich aus Salzsteppen oder sandigen Boden, welche man bei Meeresdünen in Osteuropa, Vorder- und Mittelasien vorfinden kann. Heutzutage findet man ihn in ganz Europa, Nordafrika und Nordamerika. Darüber hinaus entdeckt man ihn auch in südlichen Gebieten. Generell wird Spargel in Deutschland, Frankreich, Niederlande, Spanien, Belgien und Griechenland angebaut. Jedoch wird auch ein großer Teil an Frischware importiert – vor allem im Mai.
Für Figurbewusste ist der Spargel äußert lukrativ, weil er besonders kalorienarm ist. Aber ihn im ist auch viel Eiweiß enthalten; darüber hinaus auch Mineralstoffe, Phosphor, Calcium, Kalium, Eisen, Natrium. Auch Vitamine findet man in im, so etwa B1, B2, B6, aber auch Vitamin C. Spargel regt zum Stoffwechsel an und, reinigt das Blut, entschlackt den Körper von Giftstoffen und verbessert de Tüchtigkeit der Nieren und Lungen.
Man kann das Welken und Schrupfen von Spargelstangen verhindern, indem sie in ein einigermaßen feuchtes Tuch eingewickelt werden. So bleiben sie länger haltbar. Jedoch sollte man sich immer vor Augen halten, dass frischer Spargel am besten schmeckt. Außerdem gehen beim Kühlen viele wertvolle Vitamine verloren.

Grüne Spargelsorten

Im Gegensatz zu weißem Spargel wird grüner Spargel nicht unter unterirdisch in Hügelbeeten, sondern offen, also ohne Abdeckung, gezogen. Bereits im 17. Jahrhundert kannte man den Grünspargel. Angebaut und verzehrt wurde er vor allem in Klöstern und Fürstenhöfen. Noch bis vor einigen Jahren war diese Spargelsorte in Vergessenheit geraten – heute ist er das ganze Jahr auf Märkten erhältlich. Grünspargel wirkt genauso wie weißer Spargel, ist aber vitaminreicher. Man erkennt frischen Spargel daran, dass Stangen prall und straff sind und sie brechen sofort, wenn sie gebogen werden. Außerdem tritt sofort Saft aus, wenn den Grünspargel eindrückt. Wenn man den Grünspargel (ungeschält) in ein feuchtes Tuch einwickelt und ihn den Kühlschrank legt, kann er bis zu vier Tage frisch bleiben.

Weitere Spargelsorten

Ravel (Bleichspargel): Bei Ravel handelt es sich um eine äußerst frühe und eine sehr ertragreiche Spargelsorte, welche eine Hybride ist. Da sowohl Kopf als auch Stange in höchster Qualität sind, schmeckt sie sehr gut. Weil die Ravel-Sorte gut durchlüftet werden muss, eignet sich am besten der Anbau in Ost-West (Wind).
Rapsody (Bleichspargel): Bei Rapsody kann man einen hohen Ertrag erwarten bei einehm hohen bis mittleren Stangengewicht. Besondern ist bei der Rapsody-Sorte hervorzuheben, dass die Blätter weniger anfällig und somit gesünder sind.

Burgundine: Violetter Spargel – eine besondere Spargelsorte

Die violette Spargelart sorgt aufgrund ihrer Farbe für Abwechslung beim Spargelverzehr und ist ein echter Hingucker. Daher ist er auch als Beilage zum ordinären weißen und grünen Spargel geeignet, aber auch als Teil eines gemischten Salats. Eines sollte man mit diesem Spargel aber nicht tun: Ihn kochen. Da verliert er nämlich seine außergewöhnliche Farbe und wird zum gewöhnlichen grünen Spargel.
Apropos Farben: Spargel gibt es in drei Farben violett, weiß und grün, wobei die ersten beiden zu den Bleichspargelarten zählen und Letztere dem ursprünglichen Spargel am ähnlichsten beim Geschmack ist.

Cumulus – eine Neuheit unter den Spargelsorten

Die Cumulus-Sorte ist 2011 auf den Markt gekommen und erfreut sich einer großen Beliebtheit. Die Pflanze ist komplett männlich und liefert einen hohen Ertrag. Die Qualität ist beispiellos: gleichförmige, dicke Stangen mit glatter Oberfläche und geschlossenen Köpfen. Geschmacklich erscheint der Spargel süß, aber auch geschmackvoll. Optisch begeistert die Sorte mit weißen Stangen.

Jetzt fehlt nur noch das richtige Rezept für die jeweilige Spargelsorte und dem Genuss steht nichts mehr im Wege…

 

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4 Kommentare

  1. hallo, ich lebe seit ein par jahren in sardinien und interessiere mich einbisschen für alles..- jetzt ist das thema „spargel“ im mittelpunkt (zwischen mir und einem kollegen aus der schweiz), weil er mir nicht glaubt dass es wilden grünen spargel gibt, wo die frucht (spargel) an der oberfläche wächst.. ich meine wirklich an der pflanze über dem boden,- quasi wie eine bohnenart. -sieht genau gleich aus wie grüner spargel und schmeckt wie spargel (lecker auch roh 😉 ) ca 8-10cm länge.hab jetzt mal im internet geschaut, aber diesen typ von „luftspargel“(sagt ja mein kollege scherzenshalber 🙂 ) hab ich nicht gefunden- hatte auch keine lust und zeit bis seite xxxxx zu schauen.. tja, sogar wikipedia war überfordert.. – habt ihr einbisschen kenntnisse? grüsse von der wunderschönen insel

    • Christoph Fluri-Heckenbuecker 4. April 2014 um 23:52 Antworten

      Hallo Verena, da schicke ich Grüße zurück von der schönen Insel Zypern. Und in Deinem kleinen Streit hast Du Recht. Der Spargel wächst meistens dann leider gerne geschützt auch in Dornenhecken. Daher wäre es gut, wenn Du auf Deiner Insel jemanden (meist einen Bauern aus der Umgebung) findest, der den für sich erntet und den aber abgeben möchte. Schau Dir mal als Beweis für Deinen Schweizer Kollegen den Beitrag hier über Spargel kochen in Zypern an. Da ist ein Video eingebunden, der den Spargel zeigt: http://spargel-kochen.info/spargel-kochen-in-zypern-episode-2/ Das ist das zweite Video von oben!-) Viel Spaß beim suchen! 🙂

    • Christoph Fluri-Heckenbuecker 4. April 2014 um 23:54 Antworten

      Richtig in der „Luft“ ist er ja auch nicht! Erwächst halt oberhalb der Erde. Aber das ist auch warum Spargel grün ist.

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