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Geschichte des Spargels

Kaiser Diokletian

Münzen mit dem Abbild von Kaiser Diokletian, der im römischen Reich erstmals die Spargelpreise regelte.

Nachweislich historisch belegt ist der Spargel seit der römischen und griechischen Antike. Dabei schätzten die damaligen Menschen nicht ausschließlich den Geschmack dieser besonderen Gemüsesorte. Dies ist insofern interessant, weil der Ursprung des Spargels auf den asiatischen Kontinent zurückgeht. Schon die Chinesen nutzen ihn vor über 5000 Jahren als Heilmittel gegen Husten und bei Blasenentzündungen. Aus der Zeit der Pharaonen sind Aufzeichnungen überliefert, die den Grünspargel ebenfalls als Heilpflanze erwähnen.

Geschichte des Spargels beginnt in der griechisch-römischen Blütezeit.

Es wird davon ausgegangen, dass die Spargelpflanze bereits vor Christi Geburt als Nahrungsmittel bekannt und geschätzt war. Neben der Funktion als Nahrungsmittel galt sie als Medizin und Heilmittel und somit als heiliges Gewächs. Die Spargelpflanze wurde aufgrund der heilenden Wirkung, die ihr nachgesagt wurde, der römischen Liebesgöttin Venus geweiht, die in der griechischen Kultur unter dem Namen „Aphrodite“ bekannt gewesen ist. Aufgrund der hohen Nachfrage nach dem Spargelgemüse verteuerte sich die Pflanze im alten Rom zusehends, sodass der römische Kaiser Diokletian im Jahre 304 eine Verordnung erließ, die den Höchstpreis des Spargels regeln sollte. Gegessen wurde das Gemüse im alten Rom vor allem zu Fisch jeglicher Art. Nachfolgend ein kleiner Film über die Zeit von Diokletian (in Englisch):

Erwähnt wurde der Spargel auch in dem ersten römischen Kochbuch von Marcus Gavius Aspicius, der im ersten Jahrzehnt nach Christus erstmals eine Vielzahl von Rezepte schriftlich festgehalten hatte. Gaius Julius Cäsar brachte die Spargel-Pflanze auf seinen Eroberungszügen im Rahmen des Gallischen Krieges zu den Germanen. Ganz besonders in den klimatisch milden Regionen um Main, Donau und Rhein wuchs das Gemüse ganz besonders gut. Die Römer erkannten diesen Vorteil sehr schnell und somit konnte die immer noch ungebrochen große Nachfrage in Rom durch Importe aus Germanien bedient werden. Nachdem sich sowohl die griechische als auch römische Blütezeit dem Ende entgegen neigte, geriet der Spargelanbau zunehmend ins Wanken. Es ging sogar so weit, dass der organisierte Spargelanbau fast vollends eingestellt wurde und die Pflanze nur noch als Wildgewächs aufzufinden war.

Das Mittelalter: Der Spargelanbau lebt wieder auf

Nachdem sich die Christen im Mittelalter zunehmend ausbreiteten, wurde auch der Spargelanbau in vielen neu erschlossenen Regionen wieder zum landwirtschaftlichen Standard. Die Spargelpflanze war weiterhin für ihre heilende Wirkung bekannt und wurde in vielen Klostergärten angebaut. Dies ist sogar noch heute in vielen überlieferten Kräuterbüchern, die ihren Ursprung im christianisierten Mittelalter haben, nachzulesen. Zwischen dem 16. Und 17. Jahrhundert zog die Spargelpflanze als geschätzte Delikatesse in die Höfe und Schlösser der Adligen und Reichen ein. Daher hatte das Spargelgemüse den Ruf des „Luxus-Gemüses“. Der kultivierte Großanbau blieb jedoch weiterhin aus, sodass der Spargel-Genuss ein Privileg für die Reichen und Adligen blieb.

Das Spargel-Gemüse in der Neuzeit

Erst zum Ende des 18. Jahrhunderts aß man das Gemüse nicht mehr bloß in vornehmen Kreisen. Auch die bis dato für so bedeutend gehaltene Heilwirkung der Pflanze geriet allmählich aus dem Fokus. Mit den neuen Möglichkeiten der Düngung wurde das Delikatess-Gemüse unterdessen in vielen Gärtnerei-Betrieben angepflanzt. Trotzdem blieb der Spargel-Genuss weiterhin ein sehr kostspieliges Vergnügen, das es nicht jeden Tag auf den Tisch gab. Erst mit der zunehmenden Industrialisierung im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde der Anbau wirtschaftlicher und der Spargel für jedermann erschwinglich. Mit der Einführung der ersten Formen der Konserve, die auf die späten 60er Jahre des 19. Jahrhunderts zurückzuführen ist, legte man aufgrund der immer größer werdenden Nachfrage weiträumige Spargelfelder an. Der Spargelbau wurde zur Haupteinahmequelle vieler Menschen und ernährte viele Familien. Der Spargelanbau hat sich im Laufe der Geschichte nur wenig weiter entwickelt. Noch immer geschieht die Ernte per Hand. Spargel gehört aus diesem Grund heute zu den wenigen Gemüsesorten, die zu einem großen Anteil noch immer direkt ab Hof verkauft werden.

 

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